Wer vor einem Direktinvestment steht, sucht zuerst nach Erfahrungen. Das ist verständlich — und bei diesem Produkt der am wenigsten verlässliche Weg. Ein Direktinvestment läuft zehn bis zwanzig Jahre; eine Bewertung entsteht wenige Wochen nach der Zeichnung. Bewertet wird damit der Vertrieb, nicht das Ergebnis. Dieser Beitrag ersetzt die Suche nach Erfahrungen durch das, was tatsächlich trägt: die sechs Risikoebenen, die Rechtsgrundlagen dahinter und eine Checkliste, mit der sich jedes Angebot prüfen lässt — auch unseres.
In der Diskussion über Direktinvestments dreht sich fast alles um Erträge. Die Fälle, in denen Anleger tatsächlich alles verloren haben, scheiterten jedoch an einer viel grundlegenderen Frage: Ob überhaupt Eigentum an einer bestimmbaren Sache übergegangen ist.
Ein Direktinvestment ist nur dann eines, wenn Sie Eigentümer eines individualisierbaren Wirtschaftsguts werden — mit Seriennummer, Übergabeprotokoll und gesicherter Rechtsposition an der Fläche. Fehlt die Bestimmbarkeit, sind Sie im Insolvenzfall einfacher Insolvenzgläubiger statt aussonderungsberechtigt.
Wie dieser Beitrag zu lesen ist. Wir sind selbst Anbieter in diesem Segment. Deshalb finden Sie hier keine Bewertung einzelner Wettbewerber und keine Empfehlung — sondern ein Prüfraster, das für jedes Angebot funktioniert. Die Punkte darin sind so gewählt, dass sie sich an Dokumenten überprüfen lassen, nicht an Aussagen. Wenn ein Anbieter — auch wir — einen Punkt nicht belegen kann, ist das die Antwort.
Eine Fehlanzeige vorweg, die zur Redlichkeit gehört: Uns ist keine Veröffentlichung einer Verbraucherzentrale oder der BaFin bekannt, die speziell vor PV- oder Batteriespeicher-Direktinvestments warnt. Wer das Gegenteil behauptet, sollte die Fundstelle nennen können. Die im Folgenden genannten Risiken leiten sich aus allgemeinen Rechtsgrundlagen und aus dokumentierten Fällen in strukturell vergleichbaren Anlageklassen ab.
Das ist kein Vorwurf an Bewertungsportale, sondern eine Eigenschaft des Produkts. Bei einem Laufzeitprodukt fallen Bewertungszeitpunkt und Ergebniszeitpunkt um Jahre auseinander.
Wer heute eine Bewertung schreibt, hat den Verkaufsprozess erlebt: Beratung, Unterlagen, Zeichnung, vielleicht die ersten Abrechnungen. Was er noch nicht erlebt hat: Degradation über zehn Jahre, den Ausfall eines Direktvermarkters, eine Betriebsprüfung, eine Regulierungsänderung, den Wiederverkauf oder den Rückbau. Die Bewertung ist deshalb nicht falsch — sie misst nur etwas anderes als das, was Sie wissen wollen.
Hinzu kommt der Rahmen, in dem Bewertungen veröffentlicht werden. § 5b Abs. 3 UWG bestimmt, dass bei zugänglich gemachten Verbraucherbewertungen Informationen darüber wesentlich sind, „ob und wie der Unternehmer sicherstellt, dass die veröffentlichten Bewertungen von solchen Verbrauchern stammen, die die Waren oder Dienstleistungen tatsächlich genutzt oder erworben haben".[6]
Das ist ein Informationsgebot, keine Prüfpflicht. Ungeprüfte Bewertungen dürfen gezeigt werden — offengelegt werden muss nur, dass sie ungeprüft sind. Dass das kein theoretisches Problem ist, zeigen Gerichtsentscheidungen zu gekauften und manipulierten Bewertungen; das Landgericht Düsseldorf hat 2023 gegen einen Anbieter wegen sprunghaft angestiegener positiver Bewertungen entschieden.[6]
Was stattdessen trägt. Bewertungen sagen wenig, Dokumente sagen viel. Statt nach „Erfahrungen" zu suchen, lohnt sich die Frage, welche Unterlagen ein Anbieter vor der Unterschrift herausgibt und welche Angaben darin überprüfbar sind. Ein Vertragswerk, eine Prognoserechnung mit offengelegten Annahmen und ein Nachweis über Netzanschluss und Genehmigungen sagen über ein Angebot mehr aus als hundert Sternebewertungen. Genau darauf zielt die Checkliste weiter unten.
Risiken werden in Verkaufsunterlagen meist als Liste gleichrangiger Punkte dargestellt. Sie sind es nicht. Die folgenden Ebenen unterscheiden sich erheblich darin, was schlimmstenfalls passiert.
Geht kein Eigentum an einer bestimmbaren Sache über, ist im Insolvenzfall des Anbieters die gesamte Einlage betroffen. Alle anderen Risiken sind demgegenüber graduell.
Fällt die Gewinnerzielungsabsicht weg oder greift § 15b EStG, entfällt der steuerliche Effekt vollständig — bei bereits geflossener Investition und mit Verzinsung der Nachforderung.
Wird ein Angebot als Vermögensanlage oder Investmentvermögen eingeordnet, ohne die erforderlichen Pflichten erfüllt zu haben, betrifft das die Zulässigkeit des Angebots selbst.
Marktwerte, negative Preise, Netzentgelte und Förderrecht bestimmen den laufenden Ertrag. Hier geht es um die Höhe der Rendite, nicht um ihr Bestehen.
Degradation, Ausfälle, Wartungsqualität, Versicherungsdeckung und die Frage, wer bei einem Schaden tatsächlich einsteht — kalkulierbar, aber ergebnisrelevant.
Bonität der Beteiligten, Verflechtungen, Kündigungs- und Austauschrechte, Handelbarkeit. Entscheidend für die Frage, was passiert, wenn ein Beteiligter ausfällt.
Der bekannteste Fall eines gescheiterten Sachwert-Direktinvestments in Deutschland betraf keine Energieanlagen, sondern Seecontainer. Seine Lehre ist trotzdem eins zu eins übertragbar.
Anleger erwarben per Kaufvertrag Seecontainer und sollten sie anschließend zurückvermieten. Nach den Insolvenzanträgen im Jahr 2018 waren über 50.000 Anleger betroffen; ein erheblicher Teil der verkauften Container existierte nach den veröffentlichten Erkenntnissen gar nicht.[5]
Das rechtliche Grundproblem: Für einen Eigentumsübergang muss die Sache bestimmbar sein. Ohne individualisierte Zuordnung — konkrete Containernummern, Übergabe oder ein Besitzkonstitut mit bestimmbarer Sache — geht sachenrechtlich kein Eigentum über.[1] In der Insolvenz standen die Anleger deshalb nicht als Aussonderungsberechtigte da, sondern als einfache Insolvenzgläubiger.
Daraus ergeben sich sehr konkrete Prüfpunkte. Ist im Kaufvertrag oder in einer Anlage dazu festgehalten, welche Komponenten genau Ihnen gehören — mit Seriennummern? Gibt es ein Übergabe- oder Abnahmeprotokoll und eine Fotodokumentation der Typenschilder? Ist der Standort nachgewiesen, und besteht eine gesicherte Rechtsposition an der Fläche, etwa über eine Dienstbarkeit oder einen langfristigen Pachtvertrag, der auch bei einem Eigentümerwechsel der Fläche trägt?
Neben dem zivilrechtlichen Eigentum steht die steuerliche Zurechnung. § 39 Abs. 1 AO weist Wirtschaftsgüter dem Eigentümer zu. Abs. 2 Nr. 1 Satz 1 enthält die Ausnahme: Übt „ein anderer als der Eigentümer die tatsächliche Herrschaft über ein Wirtschaftsgut in der Weise aus, dass er den Eigentümer im Regelfall für die gewöhnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung auf das Wirtschaftsgut wirtschaftlich ausschließen kann", so ist es diesem anderen zuzurechnen.[4]
Praktisch heißt das: Wenn Sie zwar im Kaufvertrag als Eigentümer stehen, aber weder Zugang zur Anlage noch Einfluss auf ihren Betrieb haben, die Anlage nicht veräußern können und sämtliche Entscheidungen bei einem Dritten liegen, ist zu prüfen, wem das Wirtschaftsgut steuerlich zuzurechnen ist. Von dieser Zurechnung hängt der gesamte steuerliche Effekt ab.
Ein häufig falsch zitiertes Urteil. Wird ein einzelnes Rack oder Modul in einer Gemeinschaftsanlage erworben, stellt sich die Frage, ob dieser Teil überhaupt ein selbständiges Wirtschaftsgut ist. In der Beratungsliteratur wird dazu regelmäßig das BFH-Urteil vom 14.04.2011 (IV R 46/09) angeführt. Wer es nachliest, findet allerdings das Gegenteil der oft behaupteten Aussage: Der BFH fasst dort technisch verflochtene Komponenten eines Windparks zu zusammengesetzten Wirtschaftsgütern zusammen — Windkraftanlage, zugehöriger Transformator und verbindende Verkabelung bilden ein Wirtschaftsgut.[7] Das Urteil spricht also eher dafür, technisch verbundene Teile zusammenzufassen, als einzelne Bauteile zu verselbständigen. Eine höchstrichterliche Entscheidung speziell zu Batteriespeichern ist nicht veröffentlicht. Praktisch einfacher ist deshalb eine Anlage, die technisch und rechtlich für sich steht.
Der steuerliche Effekt ist bei diesen Investments oft der Hauptgrund für die Entscheidung. Er hängt an drei Voraussetzungen, die alle erst Jahre später geprüft werden — in der Betriebsprüfung.
§ 7g EStG spricht durchgehend vom „Betrieb". Einen Betrieb gibt es steuerlich nur, wenn die Tätigkeit mit Gewinnerzielungsabsicht unternommen wird (§ 15 Abs. 2 Satz 1 EStG). Fehlt sie, liegt Liebhaberei vor und der Abzug entfällt. Entscheidend ist dabei § 15 Abs. 2 Satz 2 EStG: Eine durch die Betätigung verursachte Minderung der Steuern vom Einkommen ist ausdrücklich kein Gewinn.[2] Eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, die erst durch den Steuervorteil positiv wird, trägt daher nicht. Details im Beitrag Gewinnerzielungsabsicht nachweisen.
Greift § 15b EStG, sind die Verluste weder mit gewerblichen noch mit anderen Einkünften ausgleichsfähig. Der BFH hat am 2. Oktober 2025 entschieden, dass ein Steuerstundungsmodell auch dann vorliegen kann, wenn die prognostizierten Verluste gerade auf einem Investitionsabzugsbetrag beruhen.[2] Maßgeblich ist, ob ein vorgefertigtes Konzept vorliegt, das der Anleger passiv übernimmt. Für die Anbieterprüfung ist das der wichtigste steuerliche Punkt, weil er direkt an der Gestaltung des Angebots hängt: verhandelbare Verträge, einzeln wählbare Leistungen, eigene Auswahl. Ausführlich im Beitrag § 15b EStG bei PV- und Batteriespeicher-Direktinvestments.
Die dritte Frage ist die oben beschriebene: Liegt ein selbständiges, Ihnen zurechenbares Wirtschaftsgut vor? Ohne das greift § 7g EStG von vornherein nicht. Bei Anteilen an Gemeinschaftsanlagen ist zusätzlich zu klären, ob nicht eine Mitunternehmerschaft entsteht — dann verschiebt sich die gesamte steuerliche Systematik, und der Abzug wäre nach § 7g Abs. 7 EStG auf Ebene der Gesellschaft zu bilden. Die Unterschiede sind im Beitrag Direktinvestment oder Beteiligung? gegenübergestellt.
Ein echtes Direktinvestment ist aufsichtsrechtlich unauffällig: Sie kaufen eine Sache und betreiben sie. Sobald das Angebot wirtschaftlich auf eine Geldüberlassung hinausläuft, ändert sich die Einordnung — mit erheblichen Folgen für den Anbieter.
In die Nähe dieses Tatbestands führen vor allem drei Gestaltungen: eine feste Verzinsung oder garantierte Ausschüttung, eine Rückkaufzusage zu einem im Voraus festgelegten Preis und eine Miet- oder Ertragsgarantie, die das unternehmerische Risiko vollständig auf den Anbieter zurückverlagert. Alle drei sind für Anleger auf den ersten Blick attraktiv — und genau deshalb prüfungsbedürftig.
Ordnet ein Anbieter sein Produkt selbst als Vermögensanlage ein, entstehen Pflichten: insbesondere ein Vermögensanlagen-Informationsblatt nach § 13 VermAnlG, das vor Beginn des öffentlichen Angebots bei der BaFin zu hinterlegen ist und erst nach deren Gestattung veröffentlicht werden darf.[3]
Ein Missverständnis, das teuer werden kann. Ein vorhandenes Vermögensanlagen-Informationsblatt wird gelegentlich als Qualitätsnachweis präsentiert. Das ist es nicht. Das Gesetz schreibt in § 13 VermAnlG ausdrücklich den Hinweis vor, dass die inhaltliche Richtigkeit des Dokuments nicht von der BaFin geprüft wird — geprüft wird die formale Vollständigkeit. Vorgeschrieben ist außerdem der Warnhinweis im Wortlaut: „Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen."[3] Wer dieses Dokument erhält, sollte es lesen — nicht als Siegel verstehen.
§ 1 Abs. 1 KAGB definiert ein Investmentvermögen als Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital einsammelt, um es nach einer festgelegten Anlagestrategie zu investieren, und der „kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ist".[3] Nach dem Auslegungsschreiben der BaFin zum Anwendungsbereich des KAGB setzt operative Tätigkeit beim Einsatz externer Dienstleister vertraglich vereinbarte Gestaltungs-, Lenkungs- und Weisungsrechte voraus.[3]
Das ist für die Anbieterprüfung aufschlussreich: Wer sämtliche Funktionen — Betriebsführung, Wartung, Vermarktung, Verwaltung — vollständig fremdvergibt und sich keine eigenen Einflussrechte vorbehält, nähert sich dieser Grenze an. Dieselbe Frage — wie viel Einfluss behält der Investor tatsächlich? — entscheidet auch über § 15b EStG. Beide Rechtsgebiete belohnen dieselbe Eigenschaft: echte eigene Entscheidungsrechte statt eines Rundum-Pakets.
Hinweis zur Zuständigkeit: Die aufsichtsrechtliche Einordnung eines konkreten Angebots trifft ausschließlich die BaFin. Dieser Abschnitt beschreibt die gesetzlichen Maßstäbe, bewertet aber kein bestimmtes Produkt.
Jeder Punkt ist so formuliert, dass er sich an einem Dokument überprüfen lässt — nicht an einer Aussage im Gespräch. Haken Sie nur ab, was Ihnen schriftlich vorliegt oder vor Unterschrift vorgelegt wird.
Vierzehn Kriterien aus Zivilrecht, Steuerrecht, Aufsichtsrecht und Betriebspraxis. Kein Bewertungssystem einer Behörde — die Einordnung eines konkreten Angebots erfolgt im Einzelfall.
Haken Sie die Punkte ab, die Ihnen schriftlich vorliegen. Die Auswertung erscheint sofort.
Dieses Prüfraster ist eine strukturierte Zusammenfassung öffentlich zugänglicher Rechtsvorschriften und Verwaltungspraxis. Es bewertet kein konkretes Angebot, ersetzt keine rechtliche oder steuerliche Prüfung und trifft keine Aussage über die Eignung eines Investments. Es werden keine Eingaben gespeichert oder übertragen.
Diese Fragen lassen sich in zehn Minuten stellen. Die Qualität der Antworten sagt mehr aus als jede Broschüre — und ausweichende Antworten sind selbst eine Antwort.
Wie wir das handhaben — und woran Sie uns messen können. Wir stellen das vollständige Vertragswerk und die Wirtschaftlichkeitsrechnung vor jeder Unterschrift zur Verfügung, legen die Annahmen der Prognose offen und lassen Dienstleistungen einzeln beauftragen oder abwählen. Wir geben keine Renditegarantie und keine steuerliche Zusicherung ab — beides können und dürfen wir nicht. Wenn ein Punkt der obigen Checkliste bei uns nicht erfüllt ist, sagen wir das lieber, als ihn zu umschreiben.
Und ein letzter Hinweis in eigener Sache: Dieser Beitrag ist von einem Anbieter geschrieben. Lesen Sie ihn entsprechend — und nutzen Sie die Checkliste auch gegen uns. Ein Angebot, das eine ernsthafte Prüfung nicht aushält, sollte sie auch nicht bestehen.
Sie wollen die Checkliste an einem konkreten Angebot anwenden? Wir stellen Ihnen das vollständige Vertragswerk und die Wirtschaftlichkeitsrechnung zur Verfügung — mit allen Angaben, die für eine Prüfung durch Ihren Steuerberater oder Rechtsanwalt erforderlich sind. Wir erbringen selbst keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung. Unverbindlich und kostenfrei.
Strukturell wenig. Ein Direktinvestment läuft zehn bis zwanzig Jahre; eine Bewertung entsteht typischerweise wenige Wochen nach der Zeichnung. Bewertet wird damit der Vertriebsprozess, nicht das Ergebnis. Bewertungsportale kennen in der Regel weder Zeichnungssumme noch Haltedauer noch Exit-Ergebnis.
Hinzu kommt der rechtliche Rahmen: § 5b Abs. 3 UWG verlangt lediglich die Information darüber, „ob und wie" ein Unternehmer sicherstellt, dass Bewertungen von tatsächlichen Kunden stammen.[6] Es ist ein Informationsgebot, keine Prüfpflicht — ungeprüfte Bewertungen dürfen gezeigt werden, solange das offengelegt wird.
Nicht die Rendite, sondern das Eigentum. Ein Direktinvestment ist nur dann eines, wenn Sie tatsächlich Eigentümer eines bestimmten, individualisierbaren Wirtschaftsguts werden. Fehlt die Bestimmbarkeit der Sache, geht sachenrechtlich kein Eigentum über — im Insolvenzfall des Anbieters sind Sie dann einfacher Insolvenzgläubiger statt aussonderungsberechtigt.
Genau daran scheiterte der Container-Komplex P&R, bei dem nach Insolvenzanträgen im Jahr 2018 über 50.000 Anleger betroffen waren und ein erheblicher Teil der verkauften Container nicht existierte.[5]
An der Individualisierbarkeit und an den Nachweisen: Seriennummern der erworbenen Komponenten im Kaufvertrag oder in einer Anlage dazu, ein Übergabe- oder Abnahmeprotokoll, Fotodokumentation der Typenschilder, ein nachvollziehbarer Standortnachweis und eine gesicherte Rechtsposition an der Fläche.
Steuerlich kommt die Frage des wirtschaftlichen Eigentums nach § 39 Abs. 2 Nr. 1 AO hinzu: Wird das Wirtschaftsgut einem anderen zugerechnet, weil dieser Sie für die gewöhnliche Nutzungsdauer von der Einwirkung wirtschaftlich ausschließen kann, fällt die steuerliche Grundlage weg.[4]
Wenn das Angebot wirtschaftlich nicht mehr auf den Erwerb einer Sache, sondern auf eine Geldüberlassung hinausläuft. § 1 Abs. 2 Nr. 7 VermAnlG erfasst als Auffangtatbestand „sonstige Anlagen, die eine Verzinsung und Rückzahlung oder einen vermögenswerten Barausgleich im Austausch für die zeitweise Überlassung von Geld gewähren oder in Aussicht stellen".[3]
Typische Auslöser sind feste Verzinsungen, Rückkaufzusagen zu einem festgelegten Preis oder Mietgarantien, die das unternehmerische Risiko vollständig auf den Anbieter zurückverlagern. Die Einordnung eines konkreten Angebots trifft allein die BaFin.
Es bedeutet, dass der Anbieter das Produkt selbst als Vermögensanlage einordnet. Das Vermögensanlagen-Informationsblatt nach § 13 VermAnlG ist vor Beginn des öffentlichen Angebots bei der BaFin zu hinterlegen und darf erst nach deren Gestattung veröffentlicht werden.[3]
Entscheidend für die Erwartungshaltung ist der gesetzlich vorgeschriebene Hinweis: Die inhaltliche Richtigkeit des Dokuments wird von der BaFin nicht geprüft. Vorgeschrieben ist außerdem der Warnhinweis, dass der Erwerb mit erheblichen Risiken verbunden ist und zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen kann. Das Dokument ist also kein Gütesiegel.
Möglich ist es. § 1 Abs. 1 KAGB definiert ein Investmentvermögen als Organismus für gemeinsame Anlagen, der von einer Anzahl von Anlegern Kapital einsammelt, um es nach einer festgelegten Anlagestrategie zum Nutzen dieser Anleger zu investieren, und der „kein operativ tätiges Unternehmen außerhalb des Finanzsektors ist".[3]
Nach dem Auslegungsschreiben der BaFin zum Anwendungsbereich des KAGB setzt operative Tätigkeit beim Einsatz externer Dienstleister vertraglich vereinbarte Gestaltungs-, Lenkungs- und Weisungsrechte voraus. Wer sämtliche Funktionen — Betriebsführung, Wartung, Vermarktung — vollständig fremdvergibt und dabei keine eigenen Einflussrechte behält, nähert sich dieser Grenze an.
Drei. Erstens die Gewinnerzielungsabsicht nach § 15 Abs. 2 EStG: Ohne sie gibt es keinen Betrieb und damit keinen Investitionsabzugsbetrag nach § 7g EStG; die Feststellungslast trägt der Steuerpflichtige.
Zweitens § 15b EStG: Liegt eine modellhafte Gestaltung mit vorgefertigtem Konzept vor, sind die Verluste nicht mit anderen Einkünften ausgleichsfähig — der BFH hat am 02.10.2025 entschieden, dass ein Steuerstundungsmodell auch dann vorliegen kann, wenn die Verluste gerade auf einem Investitionsabzugsbetrag beruhen.[2] Drittens die Frage, ob überhaupt ein selbständiges, Ihnen zurechenbares Wirtschaftsgut vorliegt.
Er wirft zusätzliche Fragen auf. Wird ein einzelnes Rack oder Modul innerhalb eines gemeinsam genutzten Containers erworben — mit gemeinsamem Wechselrichter, gemeinsamer Kühlung und gemeinsamer Steuerung —, ist zu klären, ob dieser Teil überhaupt ein selbständiges Wirtschaftsgut ist.
Der BFH hat für Windparks entschieden, dass technisch verflochtene Komponenten zu zusammengesetzten Wirtschaftsgütern zusammenzufassen sind — er bildet also größere Einheiten, statt einzelne Bauteile zu verselbständigen.[7] Eine Entscheidung speziell zu Batteriespeichern ist nicht veröffentlicht; die Übertragung ist Auslegung. Praktisch günstiger ist eine Anlage, die technisch und rechtlich für sich steht.
Bei Photovoltaik vor allem der sinkende Marktwert Solar und negative Strompreise: Der Jahresmarktwert Solar lag 2024 bei 4,624 ct/kWh und 2025 bei 4,508 ct/kWh; die Zahl der Stunden mit negativen Day-Ahead-Preisen stieg von 301 (2023) über 457 (2024) auf 573 (2025).[8]
Bei Batteriespeichern sind die Erlöse aus Arbitrage und Regelleistung nicht garantiert, sondern schwanken mit Marktpreisen und Wettbewerb. Hinzu kommt das Regulierungsrisiko: Der Regierungsentwurf eines EEG 2027 sieht für Anlagen ab 100 Kilowatt einen Refinanzierungsbeitrag vor, der Mehrerlöse oberhalb des anzulegenden Werts abschöpft.[9]
Das vollständige Vertragswerk statt einer Zusammenfassung: Kaufvertrag mit Anlagenspezifikation, Betriebsführungs- und Wartungsvertrag, Vermarktungsvertrag, Flächen- oder Pachtvertrag, Versicherungsunterlagen sowie die vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung mit offengelegten Annahmen.
Dazu Nachweise zu Netzanschluss und Genehmigungen sowie die Angaben zu Inbetriebnahme beziehungsweise Gebotstermin, auf die es beim energierechtlichen Bestandsschutz ankommt. Wer diese Unterlagen erst nach Unterschrift herausgibt oder unter Zeitdruck setzt, verhindert genau die Prüfung, auf die es ankommt.
Weniger die Höhe als die Art der Darstellung. Aufmerksam machen sollten: Renditen, die als „sicher" oder „garantiert" bezeichnet werden; Kalkulationen, die den Steuereffekt als Renditebestandteil einrechnen; Prognosen ohne ausgewiesene Annahmen zu Preisniveau, Degradation, Betriebskosten und Rückbau; sowie fehlende Sensitivitätsrechnungen.
Zu beachten ist dabei § 15 Abs. 2 Satz 2 EStG: Eine durch die Betätigung verursachte Minderung der Steuern vom Einkommen ist ausdrücklich kein Gewinn.[2] Eine Rechnung, die erst durch den Steuervorteil positiv wird, ist steuerlich angreifbar.
Über öffentlich zugängliche Quellen und gezielte Fragen. Handelsregisterauszug und Jahresabschlüsse im Unternehmensregister geben Auskunft über Alter, Kapitalausstattung und Gesellschafter.
Wichtig ist außerdem die Rollenklärung: Wer ist Verkäufer, wer Betreiber, wer Vermarkter, wer haftet wofür — und bestehen zwischen diesen Beteiligten Verflechtungen? Bei langlaufenden Verträgen zählt zusätzlich, was passiert, wenn ein Beteiligter ausfällt: Sind Austausch- und Kündigungsrechte vereinbart, und bleibt die Anlage ohne den Anbieter betriebsfähig?
Eine doppelte. Steuerlich ist er das zentrale Abgrenzungskriterium des § 15b EStG: Nach der Rechtsprechung des BFH muss ein vorgefertigtes Konzept von einer vom Steuerpflichtigen verschiedenen Person stammen, charakteristisch ist die Passivität des Investors.[2] Wer selbst auswählt, verhandelt und ausgestaltet, steht anders da als jemand, der ein fertiges Paket zeichnet.
Aufsichtsrechtlich wirkt derselbe Punkt bei der Frage der operativen Tätigkeit im Sinne des KAGB.[3] Beide Male gilt: Entscheidend ist nicht die Vertragsformulierung, sondern die tatsächliche Durchführung.
Nein. Die Checkliste strukturiert die Fragen, die sich bei einem Direktinvestment stellen, und nennt die Rechtsgrundlagen, an denen sie hängen. Sie bewertet kein konkretes Angebot und trifft keine Aussage darüber, ob ein bestimmtes Investment geeignet ist.
Die steuerliche Beurteilung obliegt Ihrem Steuerberater, die rechtliche einem Rechtsanwalt, die aufsichtsrechtliche Einordnung eines Angebots allein der BaFin. E.I.S. EnergyInvest Solutions GmbH erbringt selbst keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.
Alle Paragrafen, Zahlen und Aktenzeichen wurden gegen die folgenden öffentlich zugänglichen Primärquellen geprüft. Die Inline-Verweise [1]–[9] zeigen, an welcher Stelle welche Quelle die Aussage stützt. Wo eine Übertragung auf PV oder Batteriespeicher Auslegung ist, steht das ausdrücklich im Text.